40000 Überstunden
Nach der Rechnung des Blattes entspricht diese Überstundenanzahl 60 fehlenden Planstellen im Ministerium. Der Mitarbeitermangel sei nicht zuletzt der Kürzungspolitik des damaligen Ministerpräsidenten Stoiber geschuldet.
War Stoiber nicht eben jener Ministerpräsident, der in aller Eile die Reformen der Realschulen und das G8-Gymnasium angeordnet hatte?Schon vor Inkrafttreten dieser Reformen war Kritik an der hektischen Vorgehensweise und der schlechten Umsetzung dieser Schulreformen laut geworden. Die aktuelle Nachricht wirft kein besseres Licht auf den Vorgang. Kann es wirklich wahr sein, dass Stoiber das Ministerium mit zwei so großen Aufgaben zusätzlich belastet und gleichzeitig dort Personal eingespart hat? All die Probleme und Mängel, die insbesondere bei der Schulzeitverkürzung im Gymnasium zu Tage getreten sind, die inkonsequent veränderten Lehrpläne, die organisatorischen Fehler, die unklaren Zielvorgaben über den Inhalt künftiger Abiturprüfungen - sollten alle diese Probleme, die heute auf den Schultern von Schülern, Lehrern aber auch Eltern lasten, möglicherweise auch eine Folge eklatanten Personalmangels im zuständigen Ministerium sein?
Wenn das zuträfe, wäre diese Politik in doppelter Weise verantwortungslos: Verantwortungslos gegenüber den Betroffenen an unseren Schulen, unseren Kindern, die zum wehrlosen Opfer des politischen Aktionismus Stoibers und seiner CSU gemacht wurden.Verantwortungslos aber auch gegenüber den Mitarbeitern in der Verwaltung, die unter einer solchen Überbelastung verständlicherweise keine ordentliche und wohldurchdachte Arbeit abliefern konnten.Sollte die Situation im Kultusministerium tatsächlich so angespannt sein, wird das auch Folgen für die zukünftige Bildungspolitik haben. Aus einem überlasteten Haus kann man auf die Dauer kaum tragfähige Ergebnisse und Vorlagen erwarten. Es ist die dringende Aufgabe des Kultusministers Ludwig Spaenle, hier Abhilfe zu schaffen und für Ordnung in seinem Haus zu sorgen.
Das muss nicht zwangsläufig nur Personalaufstockung bedeuten. Spaenle muss über die künftige Rolle seines Hauses nachdenken. Dazu kann auch gehören, Aufgaben abzugeben, zum Beispiel in dem man Kompetenzen an die Schulen zurückgibt und diesen, wo immer es geht Entscheidungsfreiheiten einräumt.





